INFORMATIONEN ZUM JAHRESWECHSEL 2019/2020

Erinnern Sie sich noch? Vor zwanzig Jahren waren wir alle gespannt und viele von uns nervös wegen der Frage, ob unsere EDV-Anlagen und die Software den Sprung ins neue Jahrtausend schaffen würden. Zuvor wurden Millionenbeträge in neue Informatikprojekte investiert. Heute wissen wir, dass der Übergang ins 21. Jahrhundert in den meisten Fällen problemlos funktionierte.

Seit dem Jahrtausendwechsel hat sich unsere Welt sehr rasch gedreht. Viele Anwendungen sind heute selbstverständlich, Anwendungen welche im Jahre 1999 noch undenkbar waren. Ohne Strom und ohne Internet geht heute vielerorts nichts mehr. Es sind viele und grosse Abhängigkeiten entstanden. Vielleicht sollten wir uns auch heute wieder einmal Gedanken darüber machen, was passiert, wenn das Internet oder unsere EDV-Systeme für einige Zeit ausfallen würden. Auch die Frage des Datenschutzes und der Datensicherheit sollte sich jeder Unternehmer immer wieder stellen. Das neue Datenschutzgesetz, welches derzeit noch vom Parlament

beraten wird, dürfte uns alle in den nächsten Jahren beschäftigen und diese Fragen erneut aufwerfen.

Wie bereits im letzten Jahr angekündigt, sollen die MWST-Abrechnungen im Verlaufe des nächsten Jahres nur noch elektronisch eingereicht werden können. Dazu hat die Eidgenössische Steuerverwaltung neben der Abrechnung mit „ESTV Suisse Tax“ die „MWST-Abrechnung easy“ angekündigt. Sobald diese Applikation verfügbar ist, werden wir unsere MWST-pflichtigen Kunden über das weitere Vorgehen informieren.

Die Abstimmung über die STAF (Bundessteuergesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung) hat in diesem Jahr hohe Wellen geworfen. Die Steuervorlage wurde bekanntlich angenommen und die meisten Kantone haben ihre Steuergesetze mit Wirkung ab 1. Januar 2020 angepasst. Über die STAF haben wir Sie mit unserem UPDATE vom September 2019 bereits informiert. Es ist aber so, dass sich für die meisten ordentlich besteuerten Unternehmen wenig ändert. Die Patentbox und der Sonderabzug für Forschung und Entwicklung wird nur sehr wenige von Ihnen betreffen. In den meisten Kantonen sinken jedoch die Unternehmenssteuern.

Dagegen steigt im nächsten Jahr die Teilbesteuerung der privaten Dividenden bei einer Beteiligung

von über 10% bei der direkten Bundessteuer von 60% auf 70%.

Wegen der angenommenen STAF steigen im nächsten Jahr die AHV-Beiträge um 0.30%. Der AHV-Abzug für Ihre Angestellten erhöht sich somit von 5.125% auf 5.275%. Bitte denken Sie beim Erstellen der Lohnabrechnungen im Januar an diese Erhöhung. Auch die Beiträge an die Unfallversicherungen erhöhen sich in den meisten Fällen auf den 1. Januar 2020. Über die Anpassung hat Sie Ihr Unfallversicherer bereits informiert.

Auf den 1. Januar 2021 werden die MWST-Sätze erhöht. Ob der Normalsatz um 0.8% oder 1.5% erhöht wird, steht noch nicht fest. Fixieren Sie deshalb bei Offerten für die Zeit nach dem  1. Januar 2021 oder bei langfristigen Verträgen die Mehrwertsteuer nicht nach dem aktuellen Satz, sondern als Zuschlag (z.B. zuzüglich gesetzliche MWST).

Das Energiegesetz sieht auch Änderungen im Steuerrecht vor. So können ab nächstem Jahr Rückbaukosten im Hinblick auf einen Ersatzneubau steuerlich abzugsfähig sein. Zudem sind Aufwendungen für energetische Investitionskosten einschliesslich Rückbaukosten auf die zwei nachfolgenden Steuerperioden übertragbar, soweit sie im Jahr, in dem sie angefallen sind, steuerlich nicht vollständig berücksichtigt werden können. Für die Umsetzung dieser Massnahmen wurde die Liegenschaftskostenverordnung der direkten Bundessteuer angepasst.

Seit einiger Zeit müssen gewisse Branchen ihre offenen Stellen vor dem Ausschreiben melden. Die meldepflichtigen Branchen werden auf das nächste Jahr erweitert. Bitte beachten Sie bei offenen Stellen die Informationen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) und konsultieren Sie regelmässig die Website www.arbeit.swiss.

Am 1. Januar 2020 tritt das neue Verjährungsrecht in Kraft. Die Änderungen betreffen aber vorwiegend Forderungen aus unerlaubten Handlungen und ungerechtfertigter Bereicherung. Die bekannten vertraglichen und privatrechtlichen Verjährungsbestimmungen bleiben unverändert.

Für die nächsten Jahre sind viele Gesetzesänderungen geplant. Ob und wann sie in Kraft treten, ist noch unklar. Es handelt sich um Themen wie Abschaffung des Eigenmietwertes, die Behandlung von Bussen, die Beseitigung der Heiratsstrafe, die Erhöhung der Abzüge für Kinderdrittbetreuungskosten oder die Änderung des Aktienrechts. Sicher wird die neue Finanzordnung 2021 am 1. Januar 2021 in Kraft treten, womit die Kompetenz des Bundes zur Erhebung der direkten Bundessteuer und der Mehrwertsteuer um 15 Jahre verlängert wird. Auf den 1. Januar 2021 wird zudem die Revision der Quellenbesteuerung des Erwerbseinkommens rechtskräftig.

Auf Mitte des nächsten Jahres wird die QR-Rechnung lanciert. Ab dann sollten die QR-Rechnungen im E-Banking verarbeitet werden können. Mittelfristig müssen alle Unternehmen ihre Abrechnungsprogramme auf diese QR-Rechnung anpassen. Wie lange der alte rote oder orange Einzahlungsschein noch verwendet werden kann, steht noch nicht fest.

 

 

 

Wollerau, im Dezember 2019