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INFORMATIONEN ZUM JAHRESWECHSEL 2020/2021

Wie schnell sich doch etwas ändern kann. Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass wir uns im Jahr 2020 bei einer Besprechung nicht mehr die Hand schütteln dürfen und im Büro Masken tragen müssen. Zwar sind vor einem Jahr die ersten Covid-19-Fälle in China aufgetreten. Anfänglich haben wohl die wenigsten damit gerechnet, dass uns diese Krankheit so hart treffen würde. Damit verbunden war in diesem Jahr eine Reihe von verschiedenen Hilfsmassnahmen mit rasch ändernden Bestimmungen.

 

Die Corona-Pandemie wird uns sicher noch weit ins 2021 direkt und noch viel länger indirekt beschäftigen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind wohl noch lange spürbar, auch wenn wir die Krankheit selber in den Griff kriegen werden. Auch in unserem geschäftlichen Alltag werden wir die Auswirkungen in den nächsten Wochen und Monaten zu spüren bekommen. Die Hilfsmassnahmen laufen deshalb teilweise auch noch weiter. Erst neu dazugekommen sind die Härtefall-Massnahmen, welche für Unternehmen eingeführt wurden, welche von Covid-19 besonders hart betroffen sind.

 

Als erstes im neuen Jahr müssen die Deklarationen für die Sozialversicherungen und die Lohnausweise für das Jahr 2020 erstellt werden. Hier gilt es vor allem die Kurzarbeitsentschädigungen, die Taggelder und die Erwerbsausfallenschädigungen korrekt darzustellen. 

 

Auch beim Erstellen der Jahresrechnungen 2020 und bei der Revisionstätigkeit wird uns die Corona-Pandemie weiter beschäftigen. Dazu gehören sicher der korrekte Ausweis des Covid-19-Kredites, die Beurteilung der Fortführungsfähigkeit und die notwendigen Massnahmen bei einer allfälligen Überschuldung. Bitte beachten Sie dazu insbesondere auch, dass der Covid-19-Kredit nicht für Gewinnausschüttungen und Zahlungen an die Aktionäre oder die Gesellschafter verwendet werden darf.

 

Aber auch auf die Steuererklärung 2020 hat die Corona-Pandemie in vielen Fällen einen Einfluss. So werden die Berufsauslagen bei Kurzarbeit oder bei Home-Office wohl kantonal unterschiedlich berechnet. Die Praxis dazu ist noch nicht von allen Kantonen festgelegt worden. Im Kanton Schwyz und im Kanton Zürich können aber die Berufskosten (Fahrtkosten, Mehrkosten für auswärtige Verpflegung, Berufskostenpauschale) beim Home-Office so geltend gemacht werden, wie wenn sie ohne Covid19-Massnahmen angefallen wären. Im Gegenzug ist ein Abzug für Homeoffice-Kosten ausgeschlossen bzw. es ist davon auszugehen, dass diese Kosten in der Berufskostenpauschale enthalten sind.

 

Es gibt auf den Jahreswechsel aber auch ausserhalb der Corona-Pandemie noch viele weitere Gesetzes- und Verordnungsänderungen, welche wir beachten müssen. So tritt beispielsweise am 1. Januar 2021 das revidierte Quellensteuergesetz in Kraft. Damit verbunden sind auf jeden 

Fall neue Quellensteuertarife und neue Bestimmungen zur nachträglichen ordentlichen Veranlagung. Zudem muss die Quellensteuer nun zwingend mit dem Wohnkanton des Arbeitnehmers abgerechnet werden. Wir empfehlen Ihnen, Ihre Lohnprogramme rasch zu aktualisieren und die neuen Quellensteuertarife einzulesen.

 

Ebenfalls am 1. Januar 2021 tritt der Vaterschaftsurlaub in Kraft. Damit haben Mitarbeiter neu zehn freie Arbeitstage zu gut und erhalten dafür eine Entschädigung von 80% des Erwerbseinkommens aus der Erwerbsersatzordnung (EO). Der Beitragssatz für die AHV/IV/EO von Unselbstständigerwerbenden erhöht sich deshalb 2021 von 10,55% auf 10,6%. Auch die Beitragssätze von Selbstständigerwerbenden werden dementsprechend erhöht.

 

Auch leicht erhöht werden auf das nächste Jahr die AHV-Renten. Dies hat Auswirkungen auf die verschiedenen Grenz- und Maximalbeträge bei der beruflichen und der gebundenen Vorsorge. Im Kanton Schwyz werden zudem die Kinder- und Ausbildungszulagen um CHF 10.00 pro Kind erhöht. Die Kinderzulagen betragen neu monatlich CHF 230.00 und die Ausbildungszulagen CHF 280.00. Der Beitragssatz für die Familienzulagen wird im Kanton Schwyz trotzdem von 1,4 auf 1,3 Lohnprozente gesenkt.

 

Per 1. Januar 2021 wird die Lohnfortzahlung bei kurzen Arbeitsabwesenheiten geregelt. Im Obligationenrecht wird ein bezahlter Urlaub eingeführt, damit Arbeitnehmende kranke oder verunfallte Familienmitglieder oder Lebenspartner/Lebenspartnerinnen betreuen können. Der Urlaub beträgt höchstens drei Tage pro Fall und nicht mehr als zehn Tage im Jahr. Per 1. Juli 2021 wird der bezahlte 14-wöchige Urlaub für die Betreuung von schwerkranken oder verunfallten Kindern in Kraft gesetzt. Diese Leistung wird im Rahmen der Erwerbsersatzordnung (EO) durch den Bund finanziert.

 

Auch die Digitalisierung schreitet weiter voran. So müssen die MWST-Abrechnungen im nächsten Jahr online eingereicht werden. Dazu steht wie bisher „ESTV Suisse Tax“ oder ab Januar 2021 das Portal „MWST-Abrechnung easy“ zur Verfügung. Wir werden uns nach Freigabe des neuen Portals „MWST-Abrechnung easy“ entscheiden, mit welchem Portal wir bevorzugt die MWST-Abrechnungen einreichen werden. 

 

Im Kanton Schwyz können die Steuererklärungen für natürliche Personen im nächsten Jahr online eingereicht werden. Gemäss Ankündigung der Kantonalen Steuerverwaltung Schwyz sollte die Online-Übermittlung auch für Treuhänder mit dem Programm „Dr Tax“ möglich sein. Auch hier werden wir über das weitere Vorgehen entscheiden, wenn die aktuellen Programme verfügbar sind. 

 

Es stehen noch viele weitere Gesetzesänderungen an. So werden uns zukünftig auch die Aktienrechtsreform, die Änderung des Mehrwertsteuergesetztes, allenfalls die Abschaffung des Eigenmietwertes und viele weitere Themen beschäftigen.

 

 

Wollerau, im Dezember 2020